Es gibt kaum ein schöneres Geräusch als das Krachen der Kruste, wenn ein frisch gebackenes Baguette aus dem Ofen kommt und ein Stück des warmen Brotes abgebrochen wird. Das auffällig geformte Weißbrot ist das Herzstück der französischen Backkultur. Mit meinem Baguette-Rezept holst du es dir ganz einfach in die heimische Küche.
Ein gutes Baguette selbst zu machen ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage der Geduld und der richtigen Technik. Das Geheimnis für eine fluffig-luftige Krume, eine knackige Kruste und volles Aroma liegt in der Teigführung – ich zeige dir, wie es geht!

Zutaten für mein Baguette-Rezept
Schon früh habe ich mich in der Backstube meiner Großeltern austoben können. Ich habe von Zeit zu Zeit mitgeholfen und dabei auch meine Leidenschaft fürs Backen entdeckt. Die Vielfalt der Gebäckstücke sowie die Handwerkstechniken beim Backen schienen schon damals grenzenlos und inspirieren mich heute noch. Häufig sind es jedoch die einfachsten Rezepte, die mich am meisten begeistern. Ein frisches Baguette wie in Frankreich, luftig und knusprig zugleich, darf nur aus vier Zutaten bestehen: Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Zusätze oder Konservierungsstoffe sind streng verboten. Mein einfaches Baguette-Rezept ist eine alltagstaugliche Variation – ebenfalls mit wenigen Zutaten:
- Weizenmehl (Type 550) – es hat einen höheren Kleberanteil als das klassische Haushaltsmehl Type 405. Es sorgt für ein stabiles Gerüst im Teig und macht ihn elastisch genug zum Formen langer Teigstränge.
- Paniermehl oder trockenes Altbrot verleiht dem Baguette ein besonderes Aroma und bindet zusätzliches Wasser im Teig. So bleibt es länger frisch und saftig.
- Frischhefe wird benötigt, damit der Teig über viele Stunden langsam aufgehen kann – dieser Prozess macht das Ergebnis bekömmlicher und aromatischer.
- Olivenöl: Etwas Öl macht die Krume geschmeidig und hilft dabei, dass die Kruste beim Backen nicht zu schnell austrocknet, sondern schön knusprig wird.
- Salz ist unverzichtbar für den Geschmack und stabilisiert das Klebereiweiß im Mehl, was für ein schöneres Backergebnis sorgt. Die richtige Menge ist wichtig: Verwendest du zu wenig Salz, geht der Teig durch die Hefe zu schnell auf und das Baguette läuft in die Breite. Zu viel Salz hemmt die Hefe sowie das Aufgehen des Teigs zu stark und macht die Krume sehr kompakt.
- Eiswürfel: Sie kommen nicht in den Teig, sondern in den heißen Ofen! Dort erzeugen sie beim Backen den nötigen Wasserdampf (Schwaden), der die Kruste glänzend und krachend kross macht.

Baguette selber backen: Meine Zubereitungstipps
- Baguette ohne Vorteig: Einige Baguette-Rezepte erfordern einen Vorteig. Um Zeit zu sparen und mein Rezept möglichst einfach zu halten, verzichte ich auf einen Vorteig und verwende stattdessen Paniermehl oder Altbrot. Damit erreichst du eine ähnliche Geschmackstiefe. Zum Kneten des Teigs kannst du eine Küchenmaschine verwenden, ein Handrührgerät mit Knethaken-Aufsatz oder ganz klassisch mit deinen Händen arbeiten. Wird der Teig elastisch und löst er sich gut vom Schüsselrand, kannst du auf die bemehlte Arbeitsfläche wechseln, wo du ihn zu einer Kugel formst.
- Lange Teigführung für volles Aroma: Lass den Teig nach dem ersten Kneten als Kugel bei Zimmertemperatur ruhen. Wer möchte, kann ihn auch für mehrere Stunden oder über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Die kalte Teigführung kann noch mehr der typischen Aromen herauskitzeln.
- Teig falten und formen: Nach der Ruhezeit teilst du den Teig mithilfe einer Teigkarte in zwei gleichmäßige Portionen. Für die schnelle Variante formst du die Baguette-Stränge sofort und lässt sie noch einmal kurz ruhen – bei der längeren Variante faltest du den Teig vorab. Schlage ihn dazu mehrmals ein, um Spannung aufzubauen, ohne die mühsam entstandenen Luftblasen zu zerstören. Das kann dem Teig zusätzliche Formstabilität geben und für eine gleichmäßigere Luftbläschen-Verteilung sorgen. Danach formst du zwei gleichmäßig lange Teigstränge.
- Im vorgeheizten Ofen backen: Ritze die Teiglinge schräg ein und lege sie auf ein spezielles Baguetteblech, wenn du eins besitzt, oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Schiebe das Blech in den maximal vorgeheizten Backofen, wirf die Eiswürfel auf den Boden des Ofens und schließe schnell die Tür. Der entstehende Dampf und die Feuchtigkeit sind für die luftige Krume und krosse Kruste wichtig! Darum besprühe ich das Brot kurz vor Ablauf der Backzeit auch noch einmal mit ein wenig Wasser. Backe die Baguettes, bis sie goldbraun sind. Hörst du beim Herausnehmen ein leises Knistern, ist das Ergebnis perfekt!

Häufige Fragen zum französischen Brotklassiker
- Woher hat das Baguette seine Form? Das Baguette ist das essbare Wahrzeichen Frankreichs. „La baguette“ bedeutet übersetzt „das Stöckchen“ oder „das Stäbchen“, was auf die charakteristische Form des Gebäckstücks schließen lässt. Sie entspringt einem französischen Gesetz aus den 1920er-Jahren, nach dem die Bäcker damals nicht vor vier Uhr morgens mit ihrem Handwerk beginnen durften. So blieb für die traditionellen runden Laibe nicht genug Zeit und die Bäcker backten stattdessen das lange, dünne Weißbrot. Durch seine Form verkürzte sich die Zeit im Ofen deutlich und das Baguette war pünktlich zum Frühstück der Pariser fertig hergestellt.
- Was ist der Unterschied zwischen Baguette und Parisienne? Die beiden Begriffe werden häufig synonym verwendet, aber es geht hierbei um das Gewicht des Brotes. Ein klassisches Baguette wiegt meist um die 250 Gramm und ist etwa 65 Zentimeter lang. Im Gegensatz dazu ist die Parisienne mit rund 400 Gramm deutlich schwerer und hat zudem eine dickere Form. Eine besonders schlanke Variante des französischen Weißbrotes ist die Ficelle – sie wiegt nur zirka 125 Gramm.
- Wie isst man Baguette klassischerweise? In Frankreich wird das Baguette selten mit dem Messer geschnitten. Die Brot-Häppchen werden traditionell stückweise von Hand abgebrochen. Zum Frühstück wird es oft als „Tartine“, mit Butter und Marmelade bestrichen, direkt in den Kaffee getunkt. Das Baguette ist aber auch als Begleiter zu Käse und Wein oder als knuspriges Sandwich sehr beliebt.

Wenn du Brot und Brötchen gerne selbst backst, habe ich noch weitere leckere Rezepte für dich – zum Beispiel meine superschnellen Quarkbrötchen, meine Vollkornbrötchen oder die Kartoffelbrötchen.

Baguette selber backen – einfach und frisch
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ZUTATEN
DER HEFETEIG MUSS INSGESAMT 1 STUNDE UND 15 MINUTEN GEHEN / RUHEN.
ERGIBT 2 STÜCK BAGUETTE, 3 SCHEIBEN ENTSPRECHEN 1 PORTION.
- 450 g Mehl, Type 550
- 140 g Eiswürfel
- 50 g Paniermehl oder trockenes Altbrot
- 20 g frische Hefe
- 2 EL Olivenöl
- 1 TL Salz
ANLEITUNG
- Heize rechtzeitig deinen Backofen auf 200° Ober- / Unterhitze auf. Es ist wirklich wichtig, dass er auf Hochtouren läuft. Auch wenn die Anzeige erlischt, ist er noch nicht so richtig heiß. Ich empfehle dir deshalb sehr, ihn mindestens 15 bis 30 Minuten weiter zu heizen, für das beste Ergebnis (auch wenn es Strom kostet …)
- In einer Rührschüssel löst du 20 g Hefe in 280 ml lauwarmem Wasser auf.

- Die 450 g Mehl Type 550, 50 g Paniermehl, 1 TL Salz und 2 EL Olivenöl gibst du zum Hefewasser.

- Jetzt verknetest du alles mit dem Knethaken des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine für 2 Minuten auf langsamer Stufe und erhöhst danach auf mittlere Stufe für 3 Minuten.

- Den Teig knetest du auf deiner unbemehlten Arbeitsfläche kurz zu einer Kugel, gibst ihn in die Schüssel zurück und lässt ihn mit einem frischen Handtuch abgedeckt für 60 Minuten bei Zimmertemperatur gehen.

- Den Teig nimmst du aus der Schüssel und teilst ihn mit einer Teigkarte in zwei gleichgroße Teile. Im Anschluss ziehst du jedes Teig-Teil zu einem Strang auseinander. Du kannst ihn auch vorsichtig rollen statt zu ziehen.

- Lege beide Teigstränge auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und lass sie abgedeckt noch mal für 15 Minuten gehen.

- Bestäube jeden Teigstrang mit etwas Mehl, das sieht nachher etwas rustikaler aus. Dann schneidest du dein Baguette mit z. B. einem Brötchenmesser / Brotmesser mehrfach schräg und etwas tief ein.

- Gib dein Backblech auf die zweite Schiene von unten in deinen gut aufgeheizten Backofen und 140 g Eiswürfel auf den Boden des Backofens. Schließe schnell die Tür und backe die Baguettes für 35 Minuten.

- Etwa 5 Minuten vor Ablauf der Backzeit besprühst du die Baguettes noch mit Wasser aus einer Sprühflasche und lässt sie für 5 Minuten weiter backen.

- Ich wünsche dir viel Freude mit meinem Rezept.

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