Bienenstich ist für mich einer dieser Kuchen, der an lange Nachmittage im Kaffeehaus und das Klimpern von Kuchentellern erinnert. Ein zeitloser Klassiker, der bis heute für Genuss steht und einfach zu Hause selbst zubereitet werden kann.
Das Schöne an diesem Bienenstich-Rezept ist, dass er trotz seiner besonderen Optik ganz einfach gebacken ist. Mit etwas Zeit für den Hefeteig, einer cremigen Füllung aus Vanillepudding und Sahne und dem knusprig-süßen Mandelbelag entsteht ein Kuchen, der jedes Mal ein kleines Stück Geborgenheit auf den Teller bringt.

Zutaten für mein Bienenstich-Rezept
Ein echter Bienenstich besteht aus drei Komponenten: einem luftigen Hefeteig, einer cremigen Vanillefüllung und dem typisch karamellisierten Mandelbelag. Gerade dieses Zusammenspiel macht den Kuchen vom Blech so besonders.
Der Hefeteig wird aus Weizenmehl oder alternativ Dinkelmehl Type 630 zubereitet und mit Vollmilch, frischer Hefe, Zucker, Butter und einem Ei besonders weich und locker. Bourbon-Vanillezucker sorgt zusätzlich für ein feines Aroma, während eine kleine Prise Salz die Süße geschmacklich abrundet.
Die Füllung besteht aus einer cremigen Mischung aus Vollmilch, Sahne, Zucker und Vanillepudding-Pulver. Dadurch wird die Creme schön stabil, gleichzeitig aber herrlich weich und luftig.
Das absolute Highlight ist für mich jedoch der knusprige Mandelbelag. Dafür brauchst du:
- Zucker, dieser karamellisiert beim Backen und sorgt für die typische süße, knusprige Oberfläche.
- Mandelblättchen geben dem Bienenstich seinen klassischen nussigen Geschmack und den feinen Crunch.
- Butter macht den Belag schön aromatisch und sorgt für eine leicht karamellige Note.
- Vollmilch verbindet die Zutaten miteinander und macht die Mandelmasse cremiger.
- Bourbon-Vanillezucker bringt eine feine Vanillenote in den Belag.
- Eine Prise Salz hebt die süßen Aromen hervor und rundet den Geschmack ab.

Meine Tipps für die Zubereitung des Blechkuchens
- Den Hefeteig solltest du wirklich lange kneten. Erst nach einigen Minuten wird er elastisch und schön luftig. Der Teig sollte weich sein, aber kaum noch kleben.
- Wenn die Zimmertemperatur eher kühl ist, kannst du den Hefeteig in deiner Rührschüssel im ausgeschalteten Backofen mit eingeschaltetem Licht gehen lassen. So bekommt er eine gleichmäßige Wärme.
- Du kannst den Bienenstich statt auf dem Blech auch in einer runden Springform backen. Dadurch wird er etwas höher und erinnert eher an eine klassische Torte.
- Verteile das Mandel-Topping möglichst gleichmäßig bis an den Rand. Dadurch bekommt der Bienenstich überall seine typische knusprige Kruste.
- Wie ich dir auch weiter unten in meinem Rezept erkläre, schneide ich den Boden vor dem Befüllen mit der Puddingcreme in Stücke. Dadurch lässt sich der fertige Bienenstich später deutlich einfacher und sauberer schneiden.
- Der Bienenstich schmeckt am besten gut gekühlt und leicht durchgezogen. Bereite ihn daher gern einige Stunden vor dem Servieren zu.
- Du kannst den Bienenstich problemlos einen Tag vorher zubereiten und für einen Tag im Kühlschrank aufbewahren. Um sicherzugehen, dass er keine Gerüche annimmt, solltest du ihn gut abdecken.
- Den Bienenstich kannst du ohne Füllung problemlos einfrieren, so hält er sich vier bis sechs Monate. Die Füllung kannst du anschließend kurz vor dem Servieren zubereiten.

Häufige Fragen zum Bienenstich
- Warum heißt der Kuchen Bienenstich? Um den Namen „Bienenstich“ rankt sich eine alte mittelalterliche Legende aus Andernach am Rhein. Der Geschichte nach wollten Angreifer aus der Nachbarstadt Linz im Jahr 1474 die Stadt überfallen. Zwei Bäckerlehrlinge entdeckten die Feinde jedoch rechtzeitig und warfen kurzerhand Bienenstöcke von der Stadtmauer auf die Angreifer. Die aufgebrachten Bienen vertrieben die Eindringlinge schließlich erfolgreich. Zur Feier dieses Sieges soll anschließend ein Kuchen mit Honig gebacken worden sein – der heutige Bienenstich, der jedoch nur noch selten mit der Zutat Honig gebacken wird.
- Ist Bienenstich eine Torte oder ein Kuchen? Bienenstich zählt klassisch eher zu den Kuchen, genauer gesagt zu den Blechkuchen. Durch die cremige Füllung erinnert er allerdings ein wenig an eine Torte.
- Ist Bienenstich ein deutscher Kuchen? Ja, Bienenstich ist traditionell ein deutscher Kuchenklassiker. Seit vielen Jahrzehnten ist er aus dem Sortiment deutscher Bäckereien, Konditoreien und von Kaffeetafeln nicht wegzudenken.
- Ist in Bienenstich Honig? Viele klassische Bienenstich-Rezepte kommen ganz ohne Honig aus und setzen stattdessen auf Zucker für den karamellisierten Mandelbelag, genau wie ich. Es gibt allerdings auch Varianten, bei denen etwas Honig im Topping verwendet wird.
- Kann man Bienenstich auch mit Rührteig machen? Klassischerweise wird Bienenstich zwar mit Hefeteig gebacken, aber auch ein lockerer Rührteig eignet sich wunderbar als Grundlage, wenn es mal schnell gehen muss.

Klassiker vom Bäcker zu Hause selber machen ist mit meinen Rezepten einfacher denn je. Probiere auch meine Käse-Sahne-Torte, meine Donauwelle oder meinen Erdbeerkuchen mit Pudding. Andere Blechkuchen sind beispielsweise mein Apfelkuchen vom Blech und mein Blechkuchen mit Knuspermandeln.

Bienenstich – klassisches Kuchenrezept
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ZUTATEN
DIE RUHE- ODER KÜHLZEIT BETRÄGT 100 MINUTEN.
DU BENÖTIGST EINEN BACKRAHMEN.
FÜR DEN HEFETEIG
- 400 g Weizen- oder Dinkelmehl - Type 405 bzw. Type 630
- 125 ml Vollmilch
- 80 g Zucker
- 80 g sehr weiche Butter
- 30 g frische Hefe
- 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
- 1 zimmerwarmes Ei - Größe M
- 1 Prise Salz
FÜR DAS TOPPING
- 200 g Zucker
- 200 g Mandelblättchen
- 100 g Butter
- 50 ml Vollmilch
- 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
- 1 Prise Salz
FÜR DIE FÜLLUNG
- 600 ml Vollmilch - Menge geteilt
- 200 g Sahne
- 75 g Zucker
- 2 Pck. Vanille-Puddingpulver - à ca. 37 g
ANLEITUNG
- Für den Teig die Milch in einem Topf lauwarm erhitzen, auf max. 37 °C und nicht weniger als 26 °C. Im Anschluss bröckelst du die 30 g Hefe hinein und gibst 1 EL vom Mehl und 1 Prise vom Zucker dazu und lässt die Hefe unter Rühren auflösen.

- Das Milch-Hefe-Gemisch stellst du beiseite und wartest etwa 10 Minuten, bis die Mischung zu schäumen beginnt.

- Das übrige Mehl (375 g), den restlichen Zucker (75 g), 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker, 1 zimmerwarmes Ei, 1 Prise Salz sowie die 80 g sehr weiche Butter gibst du in eine große Rührschüssel und gießt auch die Hefemischung dazu.

- Mit den Knethaken des Handrührgeräts, in der Küchenmaschine oder mit den Händen mindestens 8 bis 10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten.

- Den Teig mit einem Teigschaber oder bemehlten Händen am Schüsselboden zu einer Kugel formen.

- Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort 60 bis 90 Minuten gehen lassen. Sein Volumen sollte sich mindestens verdoppeln.

- Für das Topping erhitzt du in einem Topf 100 g Butter, 200 g Zucker, 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker, 1 Prise Salz und 50 ml Milch und lässt es etwa 5 Minuten köcheln. Die 200 g Mandelblättchen unterrühren und den Topf vom Herd nehmen.

- Den Backrahmen auf 35 × 28 cm einstellen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech stellen.

- Den Teig knetest du auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche noch einmal kurz.

- Dann drückst ihn gleichmäßig mit den Händen in den Backrahmen.

- Im Anschluss verteilst du das Mandel-Topping auf dem Teig, deckst den Backrahmen mit dem Tuch ab und lässt ihn nochmals 30 Minuten gehen. Den Backofen heizt du rechtzeitig auf 180 °C Ober- / Unterhitze (160 °C Umluft) vor.

- Das Tuch abnehmen und den Kuchen im Ofen auf der mittleren Schiene 20 bis 25 Minuten goldbraun backen. Mit der Stäbchenprobe prüfst du, ob er durchgebacken ist.

- Nach dem Backen lässt du den Kuchen ausdampfen und nach etwa 30 Minuten nimmst du den Backrahmen vorsichtig ab und hebst den Kuchen fürs vollständige Auskühlen samt Backpapier auf ein Kuchengitter. Der Backrahmen wird noch benötigt.

- Für die Füllung gibst du in eine Schüssel 200 ml Milch, 2 Päckchen Puddingpulver und 75 g Zucker und verrührst alles mit dem Schneebesen.

- Die restlichen 400 ml Milch mit 200 g Sahne in einem Topf aufkochen, die Hitze reduzieren, die Pudding-Milch-Zucker-Masse einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen, bis sie eindickt.

- Du nimmst den Pudding vom Herd. Zum Abkühlen füllst du ihn in eine Auflaufform um und bedeckst ihn mit Frischhaltefolie. So bekommt er keine Haut.

- Den nun ausgekühlten Kuchen hebst du samt Backpapier auf deine Küchen-Arbeitsfläche. Den Kuchen schneidest du in gleich große Viertel. Jedes Viertel schneidest du vorsichtig mit einem Zackenmesser horizontal durch.

- Das Backblech belegst du mit einem frischen Bogen Backpapier und setzt den Backrahmen darauf. Die 4 unteren Hälften des Kuchens setzt du als Boden aneinander in den Backrahmen.

- Die Puddingcreme für die Füllung mit einem großen Löffel aus der Auflaufform nehmen und gleichmäßig auf dem Boden verteilen und glatt streichen.

- Die Mandeldeckel-Viertel wiederum in jeweils 4 Stücke schneiden und auf die Creme setzen. Den Kuchen bis zum Genuss im Kühlschrank aufbewahren.

- Ich wünsche dir einen süßen Appetit.

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