Wenn fluffiger Teig, um ein Stück Holz geschlungen, über einem knisternd lodernden Lagerfeuer zu einem frischen Brot bäckt, weckt das bei mir schöne Kindheitserinnerungen. Mit meinem Stockbrot-Rezept holst du dir das Gefühl eines gemütlichen Sommerabends im Familien- und Freundeskreis in deine Küche.
Für das Stockbrot benötigst du nur wenige Zutaten, die du vielleicht schon im Vorrat hast. Mein einfaches Rezept eignet sich prima für die Zubereitung im Backofen – du kannst es aber auch ganz klassisch über Feuer oder sogar auf dem Grill garen.

Zutaten für mein Stockbrot-Rezept
Für das Stockbrot verwende ich frische Zutaten, die den Teig geschmeidig machen. Das ist wichtig, damit er sich ganz einfach um den Holzlöffel schlingen lässt und auch daran haften bleibt. Mein Tipp: Formst du die Teiglinge in lange Stränge, kannst du diese spiralförmig um deinen vorbereiteten Stock wickeln und die Enden gut festdrücken – so bleiben sie dort, wo sie sein sollen.
Für den Stockbrot-Teig brauchst du:
- Weizenmehl als Basis für den Teig. Es sorgt durch sein Klebereiweiß (Gluten) für die nötige Struktur und Elastizität, damit die Teiglinge später stabil am Stock halten und beim Backen nicht ins Feuer fallen.
- Kalte Milch bringt Feuchtigkeit in den Teig und macht die Krume durch das enthaltene Fett wunderbar zart und geschmeidig. In meinem Stockbrot-Rezept stellt sie außerdem sicher, dass die Hefe bei der idealen Temperatur aufgelöst wird.
- Butter ist ein wichtiger Geschmacksträger. Sie sorgt dafür, dass das Brot saftig bleibt, eine schöne Textur bekommt und über dem Feuer nicht so schnell austrocknet.
- Als Triebmittel verwende ich Frischhefe – sie lässt den Teig perfekt aufgehen. Im Gegensatz zu Trockenhefe sorgt frische Hefe für ein besonders feines Aroma.
- Zucker dient als „Nahrung“ für die in der warmen Flüssigkeit aktivierten Hefe. Beim Backen sorgt er außerdem für eine goldbraune Färbung der Kruste.
- Salz ist für den Geschmack unverzichtbar. Es verstärkt die Aromen im Stockbrot und stabilisiert das Glutengerüst des Mehls, was für die Stabilität wichtig ist.

Back & Snack: Meine Stockbrot-Varianten
Im Gegensatz zur Zubereitung über dem Feuerfass oder Lagerfeuer lässt das Stockbrot im Backofen viele Variationen in Form und Füllung zu. Da du die Teigstränge im Ofen nicht zwingend um dicke Holzstöcke wickeln musst, teile ich hier meine liebsten Stockbrot-Variationen mit dir:
- Herzhaft mit Schinken und Käse: Verdrehst du die Teigstränge und in Streifen geschnittenen Kochschinken ineinander, erhältst du eine besonders herzhafte Variante des Stockbrotes. Auch eine Wiener Wurst im Brotteig ist bei vielen beliebt. Wenn du es gerne noch etwas würziger und deftiger magst, streue vor dem Backen noch etwas geriebenen Käse wie Gouda oder Cheddar darüber. Die spiralförmigen Teiglinge legst du mit ausreichend Abstand nebeneinander auf das Backblech – je nach Käsemenge entsteht auch ein herrlich knuspriger Käserand.
- Aromatisch mit Kräutern oder Knoblauch: Bestreichst du die Teigstränge vor dem Backen mit selbstgemachter Kräuterbutter oder Knoblauchöl, entfalten sich herrlich duftende Aromen. Ich streue zusätzlich gerne noch etwas grobes Meersalz darüber.
- Pizza-Stil: Kleingeschnittene, getrocknete Snacktomaten, gehackte, entsteinte Oliven und Oregano bringen mediterranen Geschmack auf die Zunge. Zum Dippen empfehle ich dir meine selbstgemachte Aioli.
- Süße Sünde: Wie du es vielleicht von meinen Zimtschnecken kennst, passt zum Hefeteig auch das herbstliche, warm-würzige Aroma von Zimt. Für diese Variante bestreichst du die Teigstränge einfach mit einer gut vermengten Mischung aus Butter, Zimt und Zucker. Eine süß-fruchtige Note verleihen kleine Apfelstückchen oder Rosinen, die du vorsichtig in den Teig einarbeitest. Wichtig: Knete nicht zu viel, denn dann geht der Teig nicht mehr gut auf!
- Elegant geflochten: Möchtest du aus dem Teig ein einziges hübsches Brot backen, wird aus dem Knüppelkuchen am Stock mit wenigen Handgriffen ein Brotzopf. Dazu flechtest du jeweils drei bis fünf Teigstränge zu einem Zopf. Wie das geht, siehst du in der Anleitung zu meinem Hefezopf-Rezept.

Häufige Fragen zum Knüppelkuchen
- Wie lange sollte man Stockbrot gehen lassen? Die Gehzeit des Teiges ist wichtig, damit das Brot beim Backen schön aufgeht. Während dieser Teigruhe solltest du die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und sie an einen warmen, zugfreien Ort stellen. Ich empfehle dir, den Stockbrotteig mindestens 40 Minuten gehen zu lassen, bis du ihn weiterverarbeitest. In dieser Zeit sollte der Hefeteig sein Volumen etwa verdoppeln – anschließend kannst du ihn kleinere Teiglinge portionieren und um die vorbereiteten Stöcke oder Holzlöffel wickeln.
- Welchen Fertigteig kann man für Stockbrot nehmen? Wenn es besonders schnell gehen muss, kannst du auch zu einem fertigen Pizza- oder Sonntagsbrötchen-Teig aus dem Kühlregal greifen. Geschmacklich kommt er zwar nicht an einen selbstgemachten Teig heran, aber für eine spontane Verabredung ist er ideal.

Wenn du für den nächsten Grillabend oder einen anderen Anlass gerne etwas backen möchtest, empfehle ich dir auch meine einfachen Backrezepte für Baguette, Ciabatta oder Fladenbrot. Mein Zupfbrot mit Kräuterbutter ist auch ein toller Snack für ein geselliges, gemeinsames Essen.

Stockbrot-Rezept – süß oder herzhaft
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ZUTATEN
ERGIBT 8 STOCKBROTE.
DU BENÖTIGST 8 HOLZKOCHLÖFFEL MIT EINER LÄNGE VON CA. 30 CM ODER HOLZSTÄBE AUS DEM BAUMARKT.
DER TEIG MUSS 40 MINUTEN GEHEN.
- 500 g Mehl
- 250 g kalte Milch
- 90 g Butter
- 21 g Frischhefe
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Zucker
ANLEITUNG
- Den Backofen heizt du rechtzeitig auf 200° Ober- / Unterhitze vor.
- Die 90 g Butter gibst du in einen kleinen Topf und lässt sie bei geringer Hitze schmelzen.

- Die 250 g kalte Milch gießt du zur Butter in den Topf und kühlst damit die Butter ab. Die Butter-Milch-Mischung sollte unter 37 °C sein, aber nicht kälter als 26 °C.

- Die 21 g Frischhefe löst du in der Butter-Milch-Mischung auf.

- In einer Rührschüssel wiegst du 500 g Mehl, 1 TL Salz und 1/2 TL Zucker ab und gießt die Hefemilch darüber.

- Den Teig knetest du mindestens 5 Minuten mit den Knethaken eines Handrührgerätes oder einer Küchenmaschine. Mit den Händen formst du den Teig kurz zu einer Kugel und lässt die Kugel abgedeckt für 30 Minuten in der Schüssel an einem warmen Ort gehen.

- Nach der Teigruhe teilst du dir den Teig in 8 gleichgroße Stücke und formst sie zu 30 cm langen und ca. 2 cm dicken Strängen.

- Die 8 Stränge drehst du einzeln um den Stiel eines jeden Holzkochlöffels. Die Stiele müssen nicht gewässert werden. Wenn sie trocken bleiben, löst sich später außerdem das Stockbrot besser. Die Enden der Teigstränge drückst du ein wenig an die darunter liegende Windung fest, damit sich die Stränge nicht lösen.TIPP: Solltest du keine 8 Holzkochlöffel oder Holzstäbe haben, kannst du die Stockbrote natürlich auch nacheinander backen.

- Die Holzkochlöffel mit dem gewickelten Teig legst du auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und lässt den Teig für 10 Minuten abgedeckt bei Zimmertemperatur ruhen.

- Auf der mittleren Schiene backst du die Stockbrote ca. 25 Minuten, bis sie schön gebräunt sind.

- Ich wünsche dir viel Freude mit den Stockbroten.
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