Im Herbst, wenn Kohl seine Hochsaison feiert, dürfen deftige Beilagen im Topf schmoren. Das Bayrisch Kraut ist ein echter Klassiker, den ich noch von früher kenne. Saisonaler Weißkohl wird mit Speck und Gewürzen zu einem cremigen Kohlgemüse eingekocht.
Mit Aromalieferanten wie Speck, Kümmel und frisch geriebenem Apfel schmeckt das Bayrisch Kraut würzig, süß-sauer und wunderbar herzhaft. Das Rezept passt zu den verschiedensten Hauptgerichten aus Omas Küche.

Zutaten für Bayrisch Kraut
Die Grundlage für das Bayrisch Kraut bildet Weißkohl, ihn gibt es im Herbst in Hülle und Fülle preiswert auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Die Erntezeit ist von Juli bis November, aber auch im Frühjahr bekommst du ihn noch wunderbar als Lagerware. Achte auf frische, feste Köpfe, sie sind besonders aromatisch. Alternativ zum Weißkohl kannst du auch Spitzkohl verwenden, dieser ist etwas feiner und daher noch schneller gar.
Außerdem benötigst du:
- Rinderfond, er macht den Kohl schön weich, sorgt für eine cremige Konsistenz und liefert Umami für das Gericht.
- Geräucherte Speckwürfel versprechen rauchige Röstaromen und geben der Beilage einen herzhaften Biss.
- Zwiebeln sorgen für Tiefe im Gericht.
- Griebenschmalz verwende ich zum Anbraten, es gibt dem Gericht einen intensiven Geschmack und unterstützt das Speckaroma. Alternativ kannst du auch Schweineschmalz oder Butterschmalz verwenden.
- Apfel verleiht dem Gericht eine fruchtige Note, die ich besonders gerne mag. Wenn du keinen frischen Apfel zur Hand hast, nimm einfach etwas Apfelsaft oder Apfelessig.
- Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle für die Grundwürze.
- Den typischen Geschmack aus Omas Küche erhältst du, wenn du das Bayrisch Kraut mit gemahlenem Kümmel, einem Lorbeerblatt und Wacholderbeeren würzt.
- Speisestärke kannst du verwenden, wenn du die Konsistenz der Beilage gerne noch etwas sämiger machen willst. In der Schritt-für-Schritt-Anleitung erkläre ich dir, wie du sie ideal einsetzt.

Häufige Fragen zum Bayrisch Kraut
Ich liebe es, die Gerichte aus Zeiten meiner Oma hervorzukramen. Dieses Rezept habe ich entwickelt, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Vielleicht kennst du die Beilage noch gar nicht, dann beantworte ich dir hier die wichtigsten 3 Fragen:
Was ist der Unterschied zwischen Bayrisch Kraut und Sauerkraut?
Während das Bayrisch Kraut aus frischem Kohl gekocht wird, wird Sauerkraut durch Milchsäuregärung fermentiert. Es schmeckt dadurch säuerlich und ist besonders lange haltbar. Das Bayrisch Kraut erhält durch Speck, Zwiebeln, Kümmel und Apfel einen süß-deftigen Geschmack. Du solltest unbedingt beides einmal ausprobieren, denn aus ähnlichen Zutaten entstehen zwei völlig unterschiedliche Aromenwelten.
Wie gesund ist Bayrisch Kraut?
Weißkohl liefert dem Körper viele Vitamine und Nährstoffe, er hat wenig Kalorien und viele Ballaststoffe. Durch den Kümmel, den ich für das Bayrisch Kraut verwende, wird er außerdem bekömmlicher. Speck sowie Schweineschmalz machen das Gericht reichhaltiger, wodurch der Kaloriengehalt dank der tierischen Fette steigt.
Kann man Bayrisch Kraut aufwärmen?
Du kannst das Bayrisch Kraut ganz einfach am Tag vorher vorbereiten, denn es hält für bis zu vier Tage im Kühlschrank frisch. Meist schmeckt es am zweiten Tag sogar noch besser, da die Aromen gut durchziehen können.

Das passt zum Bayrisch Kraut
Das leckere Kohlgemüse ist die perfekte Beilage – sie verleiht jedem Gericht die nötige Deftigkeit und bringt Abwechslung in die Sonntagsküche:
- Ganz klassisch: Braten mit Bayrisch Kraut gehört zu den bekanntesten Kombinationen. Vorne dran: Der traditionelle Schweinebraten mit Soße. Die süß-fruchtigen Noten des Gemüses sorgen für eine ausgewogene Balance zum deftigen Fleisch.
- Fleischgerichte: Zu Kassler, Bratwürsten oder Hackfleischgerichten passt das Kraut ebenfalls prima. Besonders letzteres erinnert immer an eine Variante meiner geliebten Kohlrouladen. Die bodenständige Küche meiner Oma begeistert mich damals wie heute.
- Kartoffelgerichte: Reicht dir der Speck in der Beilage als Fleischzugabe, kannst du auch Salzkartoffeln, Kartoffelpüree, Schupfnudeln oder Knödel zu dem Kohlgericht reichen. Das ist für mich auch eine tolle Idee zur Resteverwertung.
- Besonders deftig: Wer auf der Suche nach einem echten Wohlfühlgericht ist, kann das Bayrisch Kraut auch wunderbar zu Käsespätzle servieren.

Stöbere dich auf meinem Blog gerne durch alle deftigen Rezepte mit Kohl. Dort findest du unter anderen auch mein vegetarisches Wirsinggemüse, das klassische Sauerkraut und den Rosenkohl aus dem Backofen.

Bayrisch Kraut – einfach, wie von Oma
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ZUTATEN
- 1 kg Weißkohl - ungeputzt
- 500 g Rinderfond aus dem Glas - alternativ Rinderbrühwürfel
- 150 g Speckwürfel, geräuchert
- 1 weiße Zwiebel, mittelgroße - ca. 80 g
- 1 EL Griebenschmalz - alternativ Schweineschmalz
- 1 mittelgroßer Apfel - ca. 180 g ungeputzt
- 1/2 TL Salz
- 1/2 TL schwarzen Pfeffer aus der Mühle
- 1/4 TL Kümmel, gemahlen - alternativ 1/2 TL Kümmel, ganz
- 5 Wacholderbeeren, getrocknet
- 1 Lorbeerblatt, getrocknet
- 1 EL Speisestärke - optional
ANLEITUNG
- Vom Weißkohl entfernst du zunächst die äußeren Blätter, viertelst ihn anschließend und entfernst den Strunk. Danach schneidest du den Kohl erst in Scheiben, dann in ca. 2 cm große Rauten.

- Die weiße Zwiebel schneidest du in feine Würfel. Vom Apfel entfernst du die Schale und das Kerngehäuse und raspelst ihn grob. HINWEIS: Der geriebene Apfel sorgt für ein fruchtiges Verhältnis von Säure und Süße. Oftmals wird dafür auch 1 EL Apfelessig verwendet. Wenn du keine Säure hinzuzugeben möchtest, kannst du den Apfel(-essig) weglassen.

- In einem ausreichend großen Topf lässt du nun 1 EL Griebenschmalz zergehen.

- Darin brätst du 150 g Speck, die Zwiebelwürfel und den geraspelten Apfel an.TIPP: Je stärker der Speck geräuchert ist, desto intensiver und würziger wird das Kraut. Bacon-Speckstreifen sind eher milder, wenn du es kräftiger möchtest, verwende Räucherspeck.

- Anschließend gibst du den geschnittenen Kohl hinzu und lässt ihn anschwitzen. Wichtig: Der Kohl soll nicht angebraten werden, also keine Farbe bekommen.

- Nachdem du deinen Kohl angedünstet hast, löschst du mit ca. 150 g Rinderfond ab. Dazu kommen nun 5 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt, 1/2 TL Salz, 1/2 TL Pfeffer aus der Mühle und 1/4 TL gemahlener Kümmel. Nun stellst du die Temperatur so ein, dass dein Kraut leicht köchelt. Zwischendurch immer wieder umrühren.

- Abschließend gibst du die restlichen 350 g Rinderfond hinzu.

- Lasse dein Bayrisch Kraut bei schwacher Hitze mit Deckel 20 Minuten lang köcheln.

- Das Bayrisch Kraut sollte in einem sämigen Sud serviert werden. Damit der Sud schön sämig wird, verrührst du 1 EL Speisestärke mit 2 EL abgeschöpften Sud aus deinem Topf. Die Stärke-Sud-Mischung gibst du nun tröpfchenweise zu deinem Kraut und rührst es unter, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

- Ich wünsche dir einen guten Appetit!

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