Linsen kochen ist unkompliziert, vielseitig und bringt gesunde Abwechslung in den Speiseplan. Ob als herzhafte Suppe, aromatisches Dal oder feiner Salat – die kleinen Hülsenfrüchte lassen sich in der Küche erstaunlich wandelbar einsetzen.
Es gibt viel mehr als nur die traditionelle braune Linse: Von roten und gelben Sorten bis hin zu edlen Puy- oder schwarzen Belugalinsen – jede hat ihren eigenen Charakter und ihre besonderen Kocheigenschaften.

Linsensorten – Klassiker und besondere Varianten
Linsen sind kleine Kraftpakete: Sie liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate und wichtige Mineralstoffe. Besonders für diejenigen, die sich pflanzlich ernähren, ist ihr hoher Protein- und Eisengehalt interessant. Achte darauf, die Linsen nach dem Kochen mit Vitamin C zu kombinieren – zum Beispiel mit etwas Zitronensaft oder frischem Gemüse – dann kann dein Körper das Eisen optimal aufnehmen.
Je nach Sorte unterscheiden sich Linsen in Geschmack, Konsistenz und Optik – genau das macht sie so vielseitig und spannend in der Küche.
- Tellerlinsen und Alblinsen: Braune Linsen, auch Tellerlinsen genannt, sind der Klassiker für deftige Linsensuppe oder auch Linsen mit Spätzle. Beim Kochen platzt ihre Schale leicht auf – das sorgt für eine angenehm sämige Konsistenz. Eine besondere Spezialität ist die Alblinse (Alb-Leisa) von der Schwäbischen Alb – sie ist besonders aromatisch und als weich- oder festkochende Variante erhältlich.
- Rote Linsen: Rote Linsen sind geschälte braune Linsen. Sie garen schnell, sind leicht verdaulich und werden beim Kochen schön weich und cremig. Ein echter Klassiker ist ein cremiges indisches Linsen Dal mit leckeren roten Linsen.
- Gelbe Linsen: Sie sind geschälte braune oder grüne Linsen und ähnlich unkompliziert wie rote Linsen, schmecken aber meist etwas kräftiger. Perfekt für sämige Gerichte.
- Berglinsen: Grün-braun und leicht gesprenkelt sind sie würzig im Geschmack und bleiben je nach Kochzeit bissfest oder werden weicher. Damit sind sie echte Allrounder – für Salate, eine vegetarische Linsenbolognese oder die klassische Linsensuppe.
- Belugalinsen: Klein, schwarz und sehr kochfest. Sie behalten ihre Form und eignen sich hervorragend für Salate oder als feine Beilage. Geschmacklich leicht nussig.
- Puy-Linsen: Die edlen grünen Linsen aus Frankreich bleiben angenehm bissfest und haben ein feines, nussiges Aroma. Besonders gut für Linsensalate oder als Beilage geeignet.

Linsen richtig waschen, einweichen und kochen
- Linsen gründlich waschen: Ich gebe die Linsen in ein feines Sieb und spüle sie unter kaltem, fließendem Wasser ab, um Verunreinigungen, Staub und Schalenreste zu entfernen. Dabei schwenke ich das Sieb leicht hin und her, damit wirklich alles sauber wird. Das dauert nur ein paar Sekunden und lohnt sich immer.
- Einweichen – je nach Sorte: Ob du Linsen einweichen musst, hängt von der Sorte ab. Manche kommen ganz ohne Einweichen aus. Wenn Einweichen empfohlen wird, gibst du die Linsen einfach in eine große Schüssel mit reichlich Wasser und lässt sie für ein paar Stunden oder über Nacht quellen. Das verkürzt später die Kochzeit und macht sie oft bekömmlicher.
- Das richtige Verhältnis von Wasser und Linsen: Zum Kochen gibst du die Linsen mit Wasser oder Brühe in einen Topf. Als Faustregel gilt: zwei bis drei Teile Flüssigkeit auf einen Teil Linsen.
- Linsen sanft köcheln lassen: Bringe alles einmal zum Kochen und reduziere dann die Hitze. Die Linsen sollten nur noch leicht köcheln. Je nach Sorte dauert das etwa 15 bis 45 Minuten. Am besten wirfst du zusätzlich einen Blick auf die Packungsangabe – die ist immer eine gute Orientierung.

Zubereitung je nach Linsensorte
Alle Linsen sollten vor dem Kochen ordentlich abgewaschen werden. Die folgenden Linsensorten kommen grundsätzlich alle ohne Einweichen aus. Damit du ein gutes Gefühl für die Garzeiten bekommst, hier ein paar Richtwerte:
- Tellerlinsen kochen: Besonders größere Exemplare sind erst nach etwa 20 bis 30 Minuten gar. Durch vorheriges Quellen kann sich die Kochzeit etwas verkürzen und sie werden oft bekömmlicher.
- Rote oder gelbe Linsen kochen: Manchmal sind sie leicht geölt. In dem Fall solltest du sie gründlich abspülen und mit etwas Küchenpapier trockenreiben. Sie sind schnell gar – meist nach spätestens 15 Minuten. Lässt du sie noch etwas länger kochen, werden sie schön weich und breiig.
- Berglinsen kochen: Nach rund 30 Minuten sind sie weich und behalten dabei noch leicht ihren Biss.
- Schwarze Linsen kochen: Bei sanfter Hitze sind Belugalinsen nach 20 bis 25 Minuten gar. Al dente eignen sie sich wunderbar für Salate, etwas weicher gekocht passen sie ideal in Suppen oder Eintöpfe.
- Puy-Linsen kochen: Durch ihre feine, dünne Schale sind sie nach etwa 20 bis 25 Minuten fertig.
Mein Tipp: Wenn die Zeit um ist, probierst du am besten mal und schaust, ob dir die Linsen weich genug sind. Falls nicht, lässt du sie einfach noch etwas länger köcheln und behältst sie dabei im Auge.

Tipps zum Linsen kochen
- Der Mythos hält sich hartnäckig – aber etwas Salz verlängert die Garzeit nicht. Im Gegenteil: Linsen können problemlos in gesalzenem Wasser oder Brühe gekocht werden.
- Essig, Zitronensaft oder Balsamico bitte erst nach dem Garen zugeben. Säure macht die Schale fester und sie kann die Garzeit verlängern.
- Einweichen kann helfen, schwer verdauliche Kohlenhydrate zu reduzieren. Das Einweichwasser danach unbedingt wegschütten Es enthält unverdauliche Stoffe, die blähend wirken.
- Kümmel, Kreuzkümmel, Fenchel, Anis oder Thymian passen wunderbar zu Linsen und machen sie oft bekömmlicher. Auch Lorbeer, Majoran oder Ingwer harmonieren sehr gut. Am besten gibst du die Gewürze direkt zu Beginn ins Kochwasser.
- Eine Prise Natron (etwa 1 g pro 100 g Linsen) im Einweich- oder Kochwasser kann die Garzeit verkürzen und die Linsen weicher machen.
- Linsen sollten immer gekocht oder keimen gelassen werden. Roh sind sie nicht bekömmlich.
- Gekochte Linsen halten sich im Kühlschrank etwa 3 Tage oder lassen sich wunderbar einfrieren.
- Besonders gut harmonieren Linsen mit Reis oder Weizenprodukten – zum Beispiel ganz klassisch mit Spätzle.

Und falls du jetzt Lust auf Linsen bekommen hast, möchte ich dir mein Rezept für den klassischen Linseneintopf, meine vegetarische Linsenlasagne oder mein würziges Linsencurry empfehlen.

Linsen kochen
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ZUTATEN
ALS BEILAGE
- 70-80 g pro Person - Linsensorte nach Belieben
ALS HAUPTGERICHT
- 100-120 g pro Person - Linsensorte nach Belieben
GETROCKNETE LINSEN EINWEICHEN
- Wasser
- 1 g Natron auf 100 g Linsen - nach Belieben
LINSEN KOCHEN
- Geschälte Linsen oder Eingeweichte Linsen - beliebige Menge bereitstellen
- Gemüsebrühe oder Wasser
- 1 g Natron pro 100 g Linsen - nach Belieben
- 1 Lorbeerblatt
- Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- 1-2 EL Essig
- 1 TL Butter oder Olivenöl - zum Verfeinern, nach Belieben
ANLEITUNG
GETROCKNETE LINSEN EINWEICHEN (NICHT DIE GESCHÄLTEN SORTEN)
- Die gewünschte Menge der gewählten Linsensorte (hier habe ich Tellerlinsen genommen) in eine Schüssel geben und reichlich mit kaltem Wasser auffüllen (die Linsen sollten gut bedeckt sein). Nach Belieben kannst du jetzt 1 g Natron auf 100 g Linsen hinzufügen. Das empfiehlt sich besonders, wenn das Wasser sehr kalkhaltig ist. Die Linsen abgedeckt an einem kühlen Ort für etwa 6 Stunden quellen lassen, gerne auch über Nacht.

- Die exakte Einweichzeit von Linsen anzugeben ist schwierig. Die Einweichzeit kannst du aber als abgeschlossen betrachten, wenn die Linsen ihr Volumen ungefähr verdoppelt haben.

- Die Linsen nach dem Quellen in einem Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abspülen. Das Einweichwasser wegschütten! Es enthält unverdauliche Stoffe, die blähend wirken.

- Die Linsen kannst du nun weiterverarbeiten.
LINSEN KOCHEN
- Da Linsen auch nach dem Einweichen beim Kochen noch ihr Volumen vergrößern, wähle bitte einen ausreichend großen Topf. Außerdem neigt das Kochwasser dazu, stark zu schäumen. Fülle die abgespülten Linsen in den Topf und gieße die doppelte Menge Brühe oder Wasser (mit 1 TL Salz) dazu. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du den Topf höchstens zu 2/3 mit Wasser füllst. Nach Belieben 1 g Natron pro 100 g Linsen hinzufügen. Dann fügst du das Lorbeerblatt hinzu und bringst die Linsen zum Kochen.

- Sobald sie kochen, die Hitze reduzieren und den Deckel schräg auflegen.

- Die Linsen nun nach Packungsanweisung garen – dabei auch das Einweichen nach Packungsangabe einbeziehen. Nach Ablauf der Garzeit probieren, ob die Linsen weich genug sind. Falls noch viel Flüssigkeit im Topf ist, Linsen in einem Sieb abschütten und wieder zurück in den Topf geben.

- Mit Salz, 1 Prise schwarzem Pfeffer aus der Mühle, 1 bis 2 EL Essig und 1 TL Butter oder Olivenöl abschmecken und servieren.

- Ich wünsche dir einen guten Appetit!

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