Vielleicht hast du noch nie daran gedacht, Butter selber zu machen. Früher war das jedoch auf jedem Bauernhof gang und gäbe. Ich zeige dir, wie du die handwerkliche Tradition in deine Küche holst. Aus Sahne zauberst du cremige, streichzarte Butter sowie Buttermilch als Überbleibsel der Butterherstellung.
Ein wunderbar sahniger Geschmack und eine kurze Zutatenliste ohne Zusatzstoffe zeichnet die selbstgemachte Butter aus. Du kannst sie als Aufstrich, zum Kochen oder für Grillgut verwenden – pur oder nach Wunsch mit Meersalz, Kräutern und Knoblauch verfeinert.

Nur eine Zutat für selbstgemachte Butter
Um Butter selber zu machen, brauchst du nur eine Zutat: Sahne. In der Butterherstellung wird sie häufig auch als Rahm bezeichnet. Sie ist das Produkt, welches sich traditionell bei der Lagerung von Rohmilch als fetthaltige Schicht oben absetzt. Früher wurde sie frisch abgeschöpft, um Butter herzustellen. Heute kannst du Sahne ganz einfach in jedem Supermarkt kaufen. Wichtig ist ein hoher Fettgehalt, da das Endprodukt fast nur daraus besteht. Verwende also Sahne mit mindestens 32 Prozent Fettgehalt. Eine Kochsahne eignet sich nicht, um Butter selber zu machen.
Neben Sahne benötigst du außerdem eine Küchenmaschine oder einen Handmixer sowie eine Rührschüssel. Früher wurde zur Herstellung von Butter meist ein Butterfass oder Butterglas verwendet, das dürfte mittlerweile aus den meisten Haushalten verschwunden sein – obwohl sich Butter selber machen wirklich lohnt!

Butter selber machen: Meine Tipps
- Viele fragen sich, ob Butter aus Milch hergestellt wird. Tatsächlich wird Butter jedoch aus der Rahmschicht hergestellt, die sich auf Rohmilch absetzt. Die Milch aus dem Supermarkt hingegen wird homogenisiert. Durch diesen Herstellungsprozess setzt sich der Rahm nicht mehr ab und die Milch schmeckt cremiger und bildet keine Klumpen. Darum eignet sich die herkömmliche Milch aus dem Supermarkt nicht, um Butter selber zu machen.
- Aus etwa 500 Milliliter Sahne kannst du bis zu 200 Gramm Butter herstellen. Die selbstgemachte Butter kann im Vergleich zu hochpreisigen Butter-Varianten demnach günstiger sein, wenn der Sahnepreis niedrig ist – muss sie aber nicht. Trotzdem bevorzuge ich Geschmack und Reinheit der selbstgemachten Variante, wenn ich Zeit dafür habe. Mein Rezept für selbstgemachte Butter kann auch die Rettung sein, wenn ich es beim Sahne schlagen zu gut gemeint und diese überschlagen habe.
- Die Butter solltest du wirklich lange genug rühren und anschließend gut ausdrücken, damit so viel Buttermilch wie möglich aus der Butter herausgepresst wird und sie frisch bleibt. Wenn du sie noch länger haltbar machen möchtest, kannst du die Butter nach dem Ausdrücken in einem kalten Wasserbad mit Eiswürfeln auswaschen. Dazu knetest du die Butter gut mit den Händen durch und drückst noch mehr Buttermilch heraus, so viel, wie du kannst.
- Die Buttermilch kannst du ganz einfach trinken, mir schmeckt sie sehr gut und gerade im Sommer ist sie herrlich erfrischend. Du kannst sie aber auch mit frischen Beeren pürieren oder in American Pancakes verwenden, um diese noch fluffiger zu machen.

Selbstgemachte Butter verfeinern
Selbstgemachte Butter kannst du bis zu eine Woche im Kühlschrank lagern, so ist meine Erfahrung. Da sie jedoch nicht industriell konserviert wurde und auch einen Rest Buttermilch enthält, ist sie wesentlich kürzer haltbar als gekaufte Butter aus dem Supermarkt. Brauche sie also zeitnah auf, bevor sie schlecht wird.
Wenn du Butter selber machst, kannst du sie anschließend wunderbar aromatisieren. Ich verrate dir meine liebsten Varianten:
- Gesalzen: Ein echter Klassiker, vor allem in Frankreich, ist Butter mit Salz. Du kannst klassisches Speisesalz verwenden oder auf gröberes Meersalz zurückgreifen. Diese Butter schmeckt prima pur auf einem rustikalen Brot oder zu herzhaften Gerichten wie auf einer Ofenkartoffel oder einem Maiskolben.
- Kräuterbutter: Nicht nur zum Grillen ist eine selbstgemachte Kräuterbutter ein prima Mitbringsel. Ob auf Fleisch, Fisch oder Gemüse – die grüne Buttervariante aromatisiert jedes Gericht. Du kannst verschiedene Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder Rosmarin verwenden. Auch Knoblauch passt prima, entweder pur wie in meiner Knoblauchbutter oder in Kombination mit Kräutern. Im Frühling darf natürlich auch eine Bärlauchbutter nicht fehlen.
- Mediterran: Für einen roten Farbtupfer und fruchtige Geschmacksnoten sorgen die getrockneten Tomaten in meiner Tomatenbutter. Diese Variante ist süß-würzig und perfekt für sommerliche Abende.

Du bist auf der Suche nach einem selbstgemachten Gebäck, welches die perfekte Basis für die Butter bietet? Dann kann ich dir mein Dinkelvollkornbrot, meine Quarkbrötchen oder mein Eiweißbrot sehr empfehlen.

Butter selber machen
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ZUTATEN
- 500 g Sahne, 32 % Fett
ANLEITUNG
- Die 500 g Sahne mit 32 % Fett gibst du in eine Rührschüssel.

- Die Sahne schlägst du mit den Quirlen eines Handmixers oder einer Küchenmaschine auf. Nach ca. 1 Minute wird die Sahne steif sein.

- Schlage die Sahne einfach weiter. Die Farbe verändert sich und die Sahne wird gelber.

- Nach ca. 5 Minuten setzt sich Flüssigkeit ab, genauer gesagt die Buttermilch.

- Jetzt einfach weiter schlagen, damit sich die Butter entwickelt.

- Lege ein Blatt Küchenpapier in ein Sieb und gieße die Butter mit der Buttermilch ab, du kannst die Buttermilch dabei auffangen und im Anschluss trinken. Ich finde sie sehr lecker. 🙂

- Gib die Butterstückchen wieder zurück in die Rührschüssel.

- Du hast die Wahl, sie natürlich zu belassen oder zum Beispiel mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Kräutern zu Knoblauchbutter zu verarbeiten. Wie auch immer, für die Aufbewahrung einfach in ein Gefäß streichen oder mit Hilfe von Klarsichtfolie zu einer Rolle formen.

- Ich wünsche dir viel Freude mit meinem Rezept.

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