Anders als mein klassisches Rindergulasch wird das Szegediner Gulasch aus Schweinefleisch, Sauerkraut und Speck zubereitet. Die Kombination aus leicht säuerlichem Kohl, zartem Fleisch und rauchigen, deftigen Röstaromen bringt Genuss in die kalte Jahreszeit.
Das ungarische Gulasch-Rezept ist einfach zubereitet und schmeckt herrlich würzig, cremig und ist eine Wohltat beim Löffeln. Ich garniere das Szegediner Gulasch am liebsten mit einem Klecks saurer Sahne und reiche eine Beilage wie zum Beispiel frisches Brot oder Kartoffeln dazu.

Zutaten für Szegediner Gulasch wie von Oma
Den entscheidenden Geschmacksunterschied zum klassischen Gulasch bildet beim Szegediner Gulasch das ungekochte Sauerkraut. Der Legende nach stammt diese Kombination mit fermentiertem Kohl aus der Resteverwertung eines Gasthauses. Im Ungarischen ist das Gericht nach dem Gast des Gerichts benannt und als „Székely-Gulasch“ bekannt. Aufgrund eines Übersetzungsfehlers nennen wir es heute in Deutschland und Österreich Szegediner Gulasch, es stammt jedoch tatsächlich nicht aus der Stadt Szeged. Wie das manchmal eben so ist mit den Namen von Gerichten – man denke nur an Kalten Hund, Strammen Max und Co.
Außerdem benötigst du:
- Schweineschulter, sie hat einen hohen Fett- und Bindegewebsanteil, wodurch das Fleisch beim Schmoren schön saftig und zart wird.
- Fleischbrühe zum Ablöschen, es ist die Schmorflüssigkeit.
- Saure Sahne Sauerrahm unterstützt die säuerliche Note des Sauerkrauts und macht die Soße schön sämig.
- Durchwachsener Speck für rauchige Röstaromen, er gibt dem Gericht noch mehr Geschmack.
- Zwiebeln werden im Topf leicht süßlich, für mehr Tiefe.
- Schweineschmalz zum Anbraten verhindert das Anbrennen und ist ein idealer Geschmacksträger, alternativ kannst du auch Butterschmalz verwenden.
- Das zentrale Gewürz des Szegediner Gulaschs ist edelsüßes Paprikapulver.
- Mehl für die Bindung und Cremigkeit.
- Außerdem sorgen Kümmel, Lorbeerblätter und Knoblauch sowie Salz und Pfeffer für ideale Würze.

5 Tipps für das ungarische Gulasch mit Sauerkraut
- Die Zwiebeln und auch die Gewürze wie Paprikapulver, Kümmel und Knoblauch solltest du nicht zu kräftig anbraten, damit sie nicht anbrennen. Sie sollen für Röstaromen sorgen, aber nicht verbrannt schmecken.
- Würze vorsichtig mit Salz, denn Sauerkraut, Brühe und Speck bringen bereits viel Salzaroma mit. Nachsalzen kann man immer sehr gut.
- Probiere dein Sauerkraut gerne vorher einmal. Ist es für deinen Geschmack zu sauer, kannst du es unter fließendem Wasser in einem Sieb auswaschen.
- Wenn dir die Soße zu dünn geraten ist, kannst du sie noch etwas ohne Deckel einköcheln lassen oder sie ein zweites Mal wie in Schritt 10 meiner Anleitung mit saurer Sahne und Mehl andicken. Nach dem Einrühren der Sauren Sahne sollte das Gulasch nicht mehr zu stark oder lange einkochen, denn sie könnte gerinnen.
- Das Szegediner Gulasch ist im Kühlschrank ungefähr zwei bis drei Tage haltbar, meist schmeckt es am Folgetag sogar noch etwas besser, da es Zeit hatte durchzuziehen. Die Aromen konnten sich verbinden und die Soße schmeckt herrlich intensiv. Du kannst das Gericht auch einfrieren, jedoch am besten, bevor du die Saure Sahne einrührst.

Beilagen für das Szegediner Gulasch
Du fragst dich vielleicht, welche Beilagen am besten zum Szegediner Gulasch passen. Meine Empfehlung: Halte es simpel. Das Gulasch ist bereits wunderbar geschmacksintensiv und freut sich über Beilagen, die sättigen und die Soße herrlich aufnehmen:
- Kartoffelgerichte sind ein echter Klassiker als Beilage, egal ob als Salzkartoffeln, Kartoffelpüree oder Kartoffelknödel. Sie sind mild im Geschmack und binden beim Essen die Soße.
- Serviettenknödel oder Böhmische Knödel passen ebenfalls prima und machen das Gericht zu einer Mahlzeit wie aus dem Wirtshaus.
- Kurze Nudeln oder Spätzle kommen besonders bei Kindern gut an, auch wenn sie weniger traditionell sind. So können sie das Szegediner Gulasch ganz einfach aufgabeln oder löffeln.
- Mit Brot lässt sich die Soße perfekt auftunken, ein rustikales Roggen- oder Bauernbrot bevorzuge ich, aber auch Baguette ist eine prima Wahl.

Gulasch gehört zu meinen liebsten Gerichten in der Herbst- und Winterzeit. Deswegen findest du auf meinem Blog bereits einige Varianten wie mein klassisches Rindergulasch, mein vegetarisches Kartoffelgulasch oder das Putengulasch. Für Partys sind auch mein Würstchengulasch oder die Gulaschsuppe prima geeignet.

Szegediner Gulasch mit Schweinefleisch und Sauerkraut
Sterne anklicken zum Bewerten
ZUTATEN
- 750 g Schweineschulter
- 500 g Sauerkraut, ungekocht
- 400 ml Fleischbrühe - Bratenfond aus dem Glas
- 200 g Saure Sahne
- 150 g durchwachsener Speck
- 150 g Zwiebeln - ca. 2 große
- 60 g Schweineschmalz - alternativ Butterschmalz
- 2 Knoblauchzehen
- 2 Lorbeerblätter
- 2 EL edelsüßes Paprikapulver
- 1 EL Mehl
- 1 TL Kümmel
- Salz
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
ANLEITUNG
- Zuerst tupfst du die 750 g Schweineschulter mit Küchenpapier trocken und schneidest sie in etwa 3 cm große Würfel. Die 150 g Speck würfelst du ebenfalls.

- Die 150 g Zwiebeln schälst und schneidest du in feine Würfel. Die 2 Knoblauchzehen schälst du und würfelst sie fein.

- Anschließend erhitzt du die 60 g Schweineschmalz in einem großen Schmortopf und lässt den Speck darin auf mittlerer Stufe einige Minuten aus.

- Dann gibst du die gewürfelten Zwiebeln dazu und lässt sie unter gelegentlichem Rühren langsam goldgelb anschwitzen.

- Jetzt ziehst du den Schmortopf kurz von der Herdplatte. Gib die 2 EL Paprikapulver und den 1 TL Kümmel zu der Speck-Zwiebel-Mischung und rühre beides kurz unter. Die Knoblauchwürfel gibst du ebenfalls dazu. Mit 100 ml der Fleischbrühe / Bratenfond ablöschen.

- Den Schmortopf wieder auf die Herdplatte stellen. Nun gibst du die gewürfelte Schweineschulter hinein und vermengst alles gründlich miteinander. Die restlichen 300 ml Fleischbrühe / Bratenfond sowie die 2 Lorbeerblätter gibst du dazu und lässt alles nochmals aufkochen.

- Danach reduzierst du die Temperatur und lässt das Gulasch mit geschlossenem Deckel etwa 45 Minuten sanft schmoren. Zwischendurch immer wieder umrühren.TIPP: Sollte während des Schmorens zu viel Flüssigkeit verdampfen, kannst du einfach noch etwas Wasser oder Fleischbrühe/Fond angießen.

- Jetzt zupfst du die 500 g ungekochtes Sauerkraut mit den Händen oder zwei Gabeln etwas auseinander und gibst es zum Fleisch in den Topf. TIPP: Sollte das Sauerkraut sehr sauer sein, kannst du es unter fließendem Wasser in einem Sieb etwas ablaufen lassen!

- Alles gründlich miteinander vermengen und zunächst nur mit wenig Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Das Szegediner Gulasch lässt du anschließend weitere 30-40 Minuten mit geschlossenem Deckel sanft schmoren, bis die Schweineschulter schön weich und zart ist.

- Für die cremige Bindung verrührst du die 200 g Saure Sahne mit dem 1 EL Mehl in einer kleinen Schüssel, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.

- Dann rührst du einige Esslöffel von der heißen Gulaschflüssigkeit unter die Saure Sahne.

- Die Mischung gibst du anschließend in den Schmortopf und rührst sie sorgfältig unter. Das Szegediner Gulasch noch einmal etwa 5 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze sanft mit halb geöffnetem Deckel köcheln lassen, bis die Soße leicht gebunden und schön cremig ist. Nochmals nach Belieben abschmecken.

- Ich wünsche dir einen guten Appetit.

NÄHRWERTE PRO PORTION
WAS MEINST DU?

