Hühnerfrikassee – schnell und einfach gemacht

von Emmi
Frikassee vom Huhn - einfach und schnell gemacht - www.emmikochteinfach.de

Es wird ja gerade viel über Lebensmittelverschwendung und Resteverwertung diskutiert und ich frage mich in letzter Zeit deshalb oft wie es früher eigentlich war. Meine Oma zum Beispiel hat mit den Lebensmitteln gekocht die im Vorrat waren. Frisches Gemüse kam saisonal dazu und Fleisch je nach dem auch. Aus vielen Zutaten die vom Essen übrig waren hat sie wieder etwas gezaubert. Es wurde zu diesen Zeiten kaum etwas entsorgt und wenn, dann bekamen es die Nutztiere 😉 .


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Heute haben wir Gelüste und gehen diesen mir nix dir nix nach, egal was noch im Vorrat oder Kühlschrank ist. Eine meiner Theorien warum so viel gekauft und wieder weggeworfen wird. Ich hatte ein Gespräch dazu auch vor nicht allzu langer Zeit bei einem Familientreffen. Wir überlegten gemeinsam was man denn alles zu früh entsorgt, noch aufbrauchen oder anderweitig verwenden kann. Aus altem Brot kann man Croutons für den Salat, Brotsuppe oder Paniermehl machen. Gemüsereste für das Pfannen-Allerlei verwenden. Wir kamen von Hölzchen auf Stöckchen. Es gibt so viel. Gerade auch wenn man an früher denkt.

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EINE SCHÖNE HÄHNCHEN-RESTEVERWERTUNG

Und bei „früher“ kam mir direkt das Hühnerfrikassee in den Kopf. Meine Idee war, die ehrlicherweise auch nicht neu ist sondern nur wiederbelebt, aus übrig gebliebenem Hähnchenfleisch, egal aus welchem Gericht es stammt, Hühnerfrikassee zu zaubern. Üblicherweise wird ja ein ganzes Huhn, Hähnchenschenkel oder Hähnchenbrust eigens für ein Hühnerfrikassee gekocht und das dauert auch entsprechend lang. Meines habe ich aus Hähnchenfleisch-Resten kreiert und weil Reste sich nicht so schön anhört, nenne ich es lieber schnelles Hühnerfrikassee aus Hähnchenfleisch-Überbleibseln. Man muss dem Kind ja einen schönen Namen geben 😉 !

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SCHNELLES HÜHNERFRIKASSEE GANZ EINFACH GEMACHT

Dabei ist wirklich egal, von welcher Hähnchen-Zubereitung die Überbleibsel stammen. Das Suppenhuhn von einer Hühnersuppe,  Fleisch vom Grillhähnchen, gekochte oder gebratene Hähnchenbrüste. Ganz egal. Bei gebratenem Hähnchen bringen die Röstaromen sogar noch das gewisse Etwas mit. Lediglich würde ich persönlich die Hühnerhaut entfernen, sofern noch am Fleisch und nur das reine Fleisch verwenden. Als Brühe oder Fond verwendest Du Selbstgemachtes (z.B. das von der Suppe) oder kaufst Fond aus dem Glas. Ganz egal was, es muss nur DEINEN Ansprüchen gerecht werden.

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KEINE ANGST VOR DER MEHLSCHWITZE

Ganz klassisch benötigt man für ein Hühnerfrikassee natürlich eine Mehlschwitze. So war es schon zu Omas Zeiten und so wird es immer sein 😉 . Damals hat man sie fast immer verwendet um unter anderem leckere Gemüsesoßen oder Soßen herzustellen. Heute ist die klassische Mehlschwitze immer noch nicht wegzudenken schon gar nicht für eine leckere Béchamel Soße. Ohne sie wäre Lasagne oder leckere Aufläufe gar nicht denkbar. Allerdings weiß ich, dass viele bei dem Begriff Mehlschwitze leichte Schweißperlen auf der Stirn bekommen, weil die Panik vor „Klümpchenbildung“ hochsteigt. Wobei ich persönlich immer sage: „keine Angst vor der Mehlschwitze!“. Denn letztendlich ist es total egal, wenn sich da noch kleine Klümpchen drin befinden, wir sind ja keine Gourmet-Köche. Aus meiner Sicht ist lediglich wichtig das Verhältnis von Mehl und Butter zur Flüssigkeitsmenge stimmt und dass man ihr beim Herstellen die volle Aufmerksamkeit schenkt.

Hier geht es übrigens zu meiner klassische Hühnersuppe, denn vielleicht brauchst Du ja Überbleibsel für mein Hühnerfrikassee 😉 .

 

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Hühnerfrikassee - schnell und einfach gemacht

4.99 von 91 Bewertungen
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VORBEREITUNG15 Minuten
ZUBEREITUNG15 Minuten
ZEIT GESAMT30 Minuten
PORTIONEN4 Portionen

ZUTATEN

  • 400 ml Hühnerbrühe - z.B. Reste von einer Hühnersuppe (gesiebt), Hühnerfond (Glas)
  • 250 g, circa Hähnchenfleisch (ohne Knochen wiegen) - z.B. Reste vom Suppenhuhn, Hähnchenbrust oder Grillhähnchen
  • 150 g Möhren - geschält und sehr fein gewürfelt
  • 150 g Champignons, weiß - geviertelt oder geachtelt ja nach Größe
  • 150 g Tiefkühl-Erbsen
  • 25 g Butter
  • 25 g Mehl - Type egal
  • 100 ml Sahne
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer

ANLEITUNG

  • Zuerst legst Du Dir Deine Hähnchenfleisch-Reste zurecht und schneidest sie beliebig klein. Ich schneide zum Beispiel immer Würfelchen.
    TIPP: Es ist wirklich ganz egal, welche Art von gekochtem oder gebratenem Hähnchenfleisch Du übrig hast. Das können Suppenfleisch-Reste sein, aber auch vom gebratenen oder gekochten Hähnchenbrustfilet oder Grillhähnchen. Immer ohne Haut, nur das weiße Fleisch nehmen.
  • Im Anschluss schälst Du die Möhren und schneidest sie in sehr kleine Stücke, die Champignons putzen und nach Belieben klein schneiden, die 150g Tiefkühl-Erbsen abwiegen. Die Hühnerbrühe bereitstellen.
  • Jetzt bereitest Du die Mehlschwitze vor, in dem Du die 25g Butter in einem Topf zerlässt und dann 25 g Mehl zur geschmolzenen Butter gibst. Unter ständigem, schnellen Rühren mit dem Schneebesen lässt Du das Mehl in der Butter anschwitzen, bis es goldgelb wird.
    HINWEIS: Das schnelle Rühren soll die Klümpchenbildung verhindern. Aber ganz ohne Klümpchen ist es kaum machbar und auch echt nicht tragisch, also nicht stressen lassen!
  • Im Anschluss rührst Du wieder mit dem Schneebesen nach und nach und etwas langsamer Deine Hühnerbrühe unter (egal ob warm oder kalt). Dabei wieder schnell rühren, wegen der Klümpchenbildung. Jetzt lässt Du alles nochmal kurz aufkochen.
    HINWEIS: Ich habe mal gelesen, dass es angeblich bei kalter Flüssigkeit weniger Klümpchenbildung gibt als bei warmer. Ich kann das nicht bestätigen. Nur dass Du es mal gehört hast. Wie gesagt, mach Dir bloß keinen Stress wegen Klümpchen 😉 .
  • Nun gibst Du die Sahne, die Champignons, die Möhrenstückchen und Erbsen heinein, und lässt alles für 5-8 Minuten köcheln. Dabei ab und zu umrühren!
  • Das Frikassee mit einem Spritzer Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und noch die Hähnchenfleisch-Reste für 5 Minuten darin ziehen lassen, um sie zu erwärmen.
  • Ich wünsche Dir einen guten Appetit!

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203 Kommentare
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203 Kommentare

Nicole 2. Januar 2021 - 19:19

Hallo Emmi, vielen Dank für das leckere Rezept!!! Meine Mutter hat es früher immer mit Karpern und Spargel gemacht, das war leider nie so meins… Dank deinem Rezept bin ich jetzt doch ein Fan davon geworden!
Vielen Dank und viele Grüße Nicole

Reply
Emmi 2. Januar 2021 - 22:21

Oh wie schön wenn Du wieder Deine Liebe zum Hühnerfrikassee wieder entdecken konntest liebe Nicole. Viele LG

Reply
Ingrid 23. Dezember 2020 - 18:53

War sehr lecker und einfach zu machen. Wir mögen’s allerdings mit mehr Säure und gaben deutlich mehr Zitronensaft zugegeben. Das ist natürlich Geschmacksache.
Viele Grüsse aus Cincinnati, Ohio.

Reply
Emmi 23. Dezember 2020 - 19:41

Das lässt ich aber schön abwandeln liebe Inge! Viele Grüße und die Staaten

Reply
Werner Hilprecht 19. Dezember 2020 - 19:29

Bin ein einzelner Herr und bin es gewohnt am heiligen Abend immer Frikassee, Mittags Hühnersuppe, Abends Frikassee, zu Weihnachten. Da ich nach meiner Scheidung allein bin, probiere ich ihr Rezept, was ich als sehr gut und für „Nichtköche“ als geeignet ansehe. Melde mich wieder wenn es geklappt und geschmeckt hat. Schöne Weihnachten Werner

Reply
Emmi 19. Dezember 2020 - 19:43

Das würde mich freuen lieber Werner. Wenn Du Dich genau an das Rezept hältst kann eigentlich nichts passieren 😉 Viele LG und gutes Gelingen! Ein gutes klassisches Hühnersuppen Rezept habe ich auch im Angebot.

Reply
Grit 19. Dezember 2020 - 19:19

Hallo – bin ein großer Fan deiner Seite – habe heute das Hühnerfrikassee gekocht – war echt gut – hab gelesen das du wegen der Mehlschwitze aufklärst- es gibt einen ganz einfachen Trick – doppelgriffiges Mehl verwenden – da geht nix mehr schief!!!! Danke Dir – freu mich auf neue Rezept Ideen LG Grit

Reply
Emmi 19. Dezember 2020 - 19:42

Dankeschön für Dein Feedback und Deine Anregung liebe Grit. Doppelgriffiges Mehl wie z.B. Spätzle-Mehl ist nur sehr schwer in manchen Regionen zu bekommen. Viele LG

Reply
Atina 19. Dezember 2020 - 18:31

Liebe Emmi, schön, dass ich Dich gefunden habe!
Das Rezept ist wunderbar. Ich hatte immer ein wenig Probleme mit der richtigen Menge Butter, Mehl und Flüssigkeit. Hat nach Deiner Anleitung wunderbar geklappt.
Ich habe, wie andere Kommentatoren auch, Kleinigkeiten noch zugefügt. Bei uns kommen auch Kapern rein, ein bisschen Annanas, gebratene Banane dazu und zur Abrundung etwas Petersilie! Sieht toll aus und schmeckt! DANKE für die Unterstützung!

Reply
Emmi 19. Dezember 2020 - 19:38

Ganz lieben Dank Atina! Wenn ich Dir ein Hilfe sein konnte freut es mich sehr und ich hoffe Du wirst bei meinen Rezepten noch weiterhin fündig. Ganz LG

Reply
Sina 18. Dezember 2020 - 13:59

Liebe Emmi,
Habe dein Rezept jetzt schon einige Male gekocht und bin jedes Mal wieder begeistert, wie gut es schmeckt, wie bei der Oma 😉 Nehme meist allerdings frisches Fleisch da wir keine Reste da haben und lasse den Zitronensaft weg, schmeckt aber beides gut!

Reply
Emmi 18. Dezember 2020 - 20:30

Merci liebe Sina! Das freut mich sehr. Viele LG

Reply
Michaela 17. Dezember 2020 - 20:20

Liebe Emmi,

heute habe ich Dein Rezept gemacht- in leicht abgewandelter Form. Da ich keine Hühnerbrühe hatte, nahm ich eine TK-Brühe. (Rest von gekochtem Kürbis und Weißkohl) und ich habe Sargelabschnitte mit Flüssigkeit verarbeitet. Das Hähnchen war ein Grillhähnchen. Ich danke Dir für die tolle Anleitung und das Mutmachen bezüglich der Mehlschwitze.
Ich serviere gleich ein tolles Frikassee, an das ich mich noch nie heran getraut habe. 🍀🎁👍

Reply
Emmi 17. Dezember 2020 - 23:31

Wie wundervoll liebe Michaela 🙂 Das freut mich sehr wenn die Anleitung gut angekommen ist und ich hoffe Du wirst bei mir noch weiterhin fündig. Ganz LG

Reply
emmi 14. Dezember 2020 - 14:38

Prima heiße auch Emmi mit 2. Vornahmen. Danke fürs Hühnerfrikasseerezept. Habe die Erbsen weggelassen und Gemüsebrühe genommen. Auch lecker. Das Hühnerfleisch bringt schon den leckeren Geschmack.

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Emmi 14. Dezember 2020 - 16:55

Klasse liebe Emmi 😉 Wenn es geschmeckt hat freut es mich sehr. Viele LG

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Stefan 11. Dezember 2020 - 16:25

Liebe Emmi
Klasse Rezept, richtig lecker.
Da ich keine Hühnchenreste hatte, aber Frikassee essen wollte habe ich 4 Hühnerbrustfilets 50 Minuten in 1,5 Liter Hühnerbrühe gekocht. Das die Menge für dein Rezept zu viel war, habe ich bewusst so gemacht: Morgen gibt es Hühnersuppe mit Fleischeinlage 🙂
Ein Tipp noch, weil so kenne ich es von früher: viele viele Kapern in das Frikassee, gibt das gewisse etwas. Zumindest wenn man Kapern mag 😉
Ich werde aber sicher weiter in Deinen Rezepten stöbern.
Liebe Grüsse aus der verschneiten Schweiz

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Emmi 11. Dezember 2020 - 18:00

Merci lieber Stefan und schöne Grüße in die schöne Schweiz (und Grüße auch an den Schnee 😉 )

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